Warum dein Workshop IMMER pünktlich enden sollte
Manchmal wünschte ich, ich könnte mit meinem Vergangenheits-Ich sprechen.
Ich würde mein 2018er-Ich fragen, was ihrer Meinung nach wohl der wichtigste Trainings- oder Workshop-Grundsatz ist. Vermutlich würde sie sagen: „Es muss super interaktiv sein!“ oder
„Es muss immer lustig sein!“ oder „Das Einbeziehen der Teilnehmenden ist das Allerwichtigste!“
Und weißt du was?
Sie hätte recht. All das ist mir heute noch wichtig. Aber wenn ich das Aller-Allerwichtigste herauskristallisieren müsste, etwas, das ich in meinen Workshops und auch in meiner 1:1-Begleitung immer wieder betone, dann ist es Pünktlichkeit.
Pünktlich zu starten und pünktlich zu enden ist für mich ein Zeichen von Professionalität. Und es ist der beste Weg, seinen Teilnehmenden gegenüber Respekt zu zeigen.
Warum ein pünktliches Ende so entscheidend ist
Ich weiß, manchmal hat man das Gefühl, man könnte doch noch eben schnell eine Diskussion zu Ende bringen. Man könnte doch noch eben schnell eine letzte Frage beantworten. Aber genau diese letzten Minuten sind oft der Punkt, an dem man Teilnehmende verliert.
Denn selbst wenn 9 von 10 Teilnehmenden keine festen Anschlusstermine haben, gibt es oft eine Person, für die es richtig schwierig wird.
Diejenige, die zur Kita muss und jetzt ins Schwitzen gerät.
Diejenige, die einen Pflegefall zuhause hat und plötzlich improvisieren muss.
Diejenige, die direkt in den nächsten Call springen muss und sich zwischen „ich will höflich bleiben“ und „ich muss los“ zerreißt.
Und was passiert dann?
Sie hören nicht mehr zu.
Sie nehmen meine letzte wichtige Botschaft nicht mehr mit.
Sie verpassen den „Mic Drop Moment“.
Sie können nicht mehr sagen, was sie sich anders gewünscht hätten oder was besonders gut war.
Kurz gesagt: Ich nehme ihnen die Chance auf einen sauberen Abschluss – und mir selbst auch.
Wie ich sicherstelle, dass ich IMMER pünktlich ende
Pünktlichkeit ist kein Zufall. Es reicht nicht, sich vorzunehmen, pünktlich zu sein. Man muss es bewusst einplanen. Ich mache das so:
1️⃣ Pufferzeiten einplanen
Ich rechne mit Verzögerungen. Immer. Deswegen baue ich bewusst Pufferzeiten ein.
2️⃣ Zeit realistisch berechnen
Ich überschlage nicht einfach grob, sondern rechne realistisch:
Wenn sich 24 Leute je 30 Sekunden vorstellen, sind das 12 Minuten – nicht 10.
Wenn eine Gruppenarbeit 20 Minuten dauert, brauche ich auch Zeit für die Erklärungund die Nachbesprechung. Ich plane also 25 Minuten ein.
3️⃣ Klare Kommunikation
Meine Teilnehmenden wissen von Anfang an, dass ich pünktlich starte und pünktlich ende. Das schafft Verbindlichkeit.
4️⃣ Notfall-Kürzungen festlegen
Ich überlege vorher, was ich im Zweifel kürzen kann, ohne das Ziel des Workshops zu gefährden.
5️⃣ Notfall-Streichungen definieren
Ich lege schon vorab fest, welche Inhalte ich notfalls weglassen oder nachreichen kann, falls die Zeit knapp wird.
Meine Extra-Tipps für virtuelle Formate
💻 Kleine Pausen ermöglichen:
Beende rechtzeitig, damit die Teilnehmenden noch kurz durchatmen oder einen Kaffee holen können, bevor der nächste Call startet. ☕
Im Idealfall 5 Minuten vor der vollen Stunde.
🎤 Schneller Check-out:
Statt langer Abschlussrunden reicht oft eine kurze Frage wie: „Was nehmt ihr heute mit?“ – LAss das alle Teilnehmenden gleichzeitig im Chat beantworten und wertschätze die Fülle an Aha-Momenten, indem du einzelne ggf. nochmal kommentierst. Das bringt den Workshop effizient und mit einem Gefühl von "Wow, was wir heute alles geschafft haben" zum Abschluss.
Sei die Workshop-Moderatorin, die pünktlich endet!
Pünktlichkeit ist kein Luxus, sondern ein Zeichen von Respekt. Wenn du es ernst meinst mit professioneller Moderation, dann endet dein Workshop nicht irgendwann, sondern genau dann, wenn er enden soll.
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